Besoldungstabellen

Einkommensstufen für Beamte: So viel verdienen Staatsdiener von A2 bis A16

Besoldungstabellen BeamteWer sich für eine Laufbahn als Beamter entscheidet, hat dabei oft das später sichere, geregelte Einkommen im Blick. So sind Beamte auf Lebenszeit nicht nur unkündbar, sondern können sich während ihrer Laufbahn ein immer höheres Grundgehalt erarbeiten. Zwar gibt es vereinzelte Klagen, dass Staatsdiener in der freien Wirtschaft mehr verdienen könnten, doch im Großen und Ganzen sind Beamte mit ihrer Besoldung zufrieden. Laut einer aktuellen Forsa-Studie sind drei von vier Beamten glücklich mit ihrem Job – dass sie oftmals einen ordentlichen Lohn erhalten, trägt sicher auch seinen Teil dazu bei. Die Spanne zwischen dem einfachen und höheren Dienst ist jedoch enorm. Selbst der Einstiegssold fällt beispielsweise für einen Botschafter fast drei Mal so hoch aus wie für einen Wachmeister.

Besoldungsreform 2006 mit Neuregelung für Beamte

Früher waren die Einkommensstufen für Beamte einfacher geregelt und in dem Bundesbesoldungsgesetz (BbesG) deutschlandweit für alle Staatsdiener gültig. Doch seit der Föderalismusreform 2006 hat sich einiges geändert: Jedes Bundesland kann die Einkommensstufen für Beamte selbst festlegen – welche Länder beim Grundgehalt am großzügigsten sind, erklärt beamte.org. Außerdem geben wir einen Überblick über die Besoldung von Bundesbeamten.

Die Einkommensstufen für Beamte werden durch Verordnung des Bundes bei länderübergreifend arbeitenden Beamten sowie durch das jeweilige Bundesland bei regional arbeitenden Bediensteten festgelegt. In beiden Fällen gibt es anders als bei Angestellten im öffentlichen Dienst keine Tarifverhandlungen über die Höhe der Besoldung. Zwar orientieren sich die Gesetze und Verordnungen oftmals an dieser Lohnentwicklung, doch letztendlich ist es immer eine einseitige Entscheidung. Gegen die Einkommensstufen könnten Beamte nur durch eine Klage vorgehen – schließlich ist ihnen aufgrund der Treuepflicht zu ihrem Dienstherren ein Streik untersagt.

Einkommensstufen für Beamte des Bundes

Wie die Einkommensstufen für Beamte festgelegt werden, lässt sich anschaulich auf Bundesebene erklären. Zwar gibt es in den einzelnen Ländern Unterschiede, das Grundprinzip ist jedoch ähnlich. Wie viel Lohn Bundesbeamte erhalten, ist insbesondere von diesen drei Faktoren abhängig:

  1. Dem Beruf

  2. Der Erfahrungsstufe

  3. Dem Zuschlag für besondere Tätigkeiten, Familie oder Kinder

Zuerst werden Beamte in unterschiedliche Besoldungsklassen eingeteilt. Auf Bundesebene ist eine Einordnung zwischen A 2 und A 16 üblich – hinzu kommen in Bund und Ländern B, R und W. B steht für eine feste Besoldung, während R die Sonderbesoldung von Richtern und Staatsanwälten regelt. In der Stufe W finden sich Professoren und Juniorprofessoren wieder.

Zweitens macht die Erfahrungsstufe einen großen Unterschied. So verdienen verbeamtete Lehrer am Anfang ihres Berufslebens oftmals nur 50 bis 75 Prozent dessen, was sie später kurz vor ihrem Ruhestand erhalten. Bundesbeamte starten in der Erfahrungsstufe 1 und können sich bis zur Stufe 8 hocharbeiten. Ein Aufstieg ist zu Beginn in einem Abstand von zwei Jahren, später nur noch im Rhythmus von drei beziehungsweise vier Jahren möglich. Wer eine außergewöhnliche Leistung erbringt, kann auch frühzeitig eine Stufe gutmachen.

Drittens verdienen kinderlose Staatsdiener weniger als verheiratete Kollegen oder Beamte mit Kindern. Mit einem Ehepartner oder einem Kind gibt es mindestens einen Zuschlag von 126,70 Euro brutto (Stufe 1). In Stufe 2 ist der Aufschlag fast doppelt so hoch. Für jedes weitere Kind wird der Aufschlag um über 113 Euro erhöht. Familienväter oder Mütter mit drei Kindern erhalten demnach mindestens 354 Euro – wer mehr Nachwuchs kriegt, bekommt aber keinen höheren Zuschlag als mit drei Sprösslingen. Auf der anderen Seite kann das Gehalt auch gekürzt werden – auch Beamte haben schließlich einen Anspruch auf Teilzeitarbeit. Dann erhalten sie natürlich nicht den vollen Lohn.

Der Deutsche Beamtenbund (DBB) listet hier detailliert die verschiedenen Einkommensstufen von Beamten auf. An dieser Stelle können wir nicht auf alle Einzelfälle eingehen, aber exemplarisch die Unterschiede deutlich machen. Deshalb vergleichen wir eine vermeintlich einfache, niedrig bezahlte Tätigkeit, einen Job aus einer durchschnittlichen Stufe und eine Aufgabe mit besonders hoher Verantwortung und Bezahlung.

Beispiele für Einkommensstufen von Beamten

Laut der aktuellen gültigenden Besoldungsordnung verdienen Bundesbeamte seit dem 1. März 2015 dieses Grundgehalt:

Besoldungsgruppe

Erfahrungsstufe 1 (Bruttolohn)

Erfahrungsstufe 8

(Bruttolohn)

A 2

1.975 €

2.237 €

A 9

2.582 €

3.345 €

A 16

5.507 €

6.986 €

Quelle: DBB

Zur niedrigsten Besoldungsgruppe A 2 gehören unter anderem ein Wachtmeister oder eine Oberamtsgehilfin. In der A 9 finden sich Hauptbrandmeister, Polizeikommissare, Steuerinspektorinnen und Kapitäne wieder. In A 16 werden Abteilungsdirektoren, Botschafter oder auch Leitende Regierungschuldirektorinnen eingeteilt.

Mit rund 7.000 Euro maximalem Brutto-Lohn und weniger als 2.000 Euro minimalem Lohn ist die Spanne zwischen den Einkommensstufen für Beamte enorm. In der höchsten Besoldungsklasse A 16 ist das Gehalt von Anfang an fast drei Mal so hoch wie in A 2. Dort sind die Möglichkeiten, sich zu verbessern, nur sehr gering. Der Lohn steigt im Laufe der Beamtenlaufbahn um nicht einmal 300 Euro. In der Stufe A 9 verdienen Beamte von Beginn an mehr Geld und können sich um mehr als 750 Euro steigern. Dennoch verdienen sie weitaus weniger als Berufseinsteiger in der Stufe A 16. In der höchsten Besoldungsgruppe ist außerdem eine Steigerung von fast 1.500 Euro möglich.

Professoren (W) erhalten zwischen 4.365 und 6.911 Euro Grundgehalt. Noch reizvoller ist eine Einordnung in die Besoldungsklasse B mit festem Gehalt. Hier zahlt der Staat je nach Erfahrung zwischen 6.271 und 13.142 Euro pro Monat.

Beamte auf Widerruf, auch als Beamtenanwärter bekannt, verdienen in ihrer Ausbildung mindestens 980,56 brutto. Dieser Lohn gilt in den Stufen A 2 bis A 4. Zwischen A 5 und A 11 ist das Gehalt mit 1104 beziehungsweise 1158 Euro recht ausgeglichen. In A 12 erhalten beispielsweise Referendare 1.302 Euro. In A 13 oder R 1 zahlt der Staat seinen Auszubildenden knapp 1.370 Euro Grundgehalt.

Beamtenbesoldung: Mehr Netto vom Brutto

Es ist kein Geheimnis, dass Beamte mehr von ihrem Brutto-Gehalt behalten dürfen als Angestellte. Zwar müssen natürlich auch Lohn-, Solidaritäts- und gegebenenfalls Kirchensteuer entrichtet werden. Wie hoch dieser Abzug ist, hängt von der Lohnsteuerklasse ab. In der freien Wirtschaft müssen darüber hinaus aber mehr Sozialabgaben bezahlt werden, sprich Beiträge für die Arbeitslosen-, Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung. Beamte müssen nicht in die Renten- und Arbeitslosenversicherung einzahlen. Da Beamte einen Anspruch auf Beihilfe durch den Dienstherrren haben, müssen sie in der privaten Krankenversicherung nur höchstens 50 Prozent ihres Krankheitsrisikos absichern. Es gibt deshalb spezielle, besonders günstige Beamtentarife. Durch die wesentlich geringeren Sozialabgaben bleibt am Ende des Monats für Beamte mehr netto vom brutto übrig.

Die Zeitschrift „Stern“ vergleicht in einem konkreten Fall das Gehalt einer verbeamteten Kommissarin mit einer gleich gut verdienenden Arbeitnehmerin. Von ihren 2.610 Euro Lohn darf die Beamtin rund 1.900 Euro behalten – Arbeitnehmern steht hingegen 220 Euro weniger, also etwa 1.680 Euro zur Verfügung.

Bund und Länder: Unterschiedliche Einkommensstufen für Beamte

Das genaue Gehalt richtet sich außer bei Bundesbeamten nach den jeweiligen Länderbesoldungen. Das Statistische Bundesamt inormiert darüber, dass die Einkommensstufen für Beamte alles andere als einheitlich ausfallen. Während manche Bundesländer das Modell des Bundes übernommen haben, differenzieren andere Länder im einfachen Dienst weitaus weniger zwischen verschiedenen Klassen. Darüber hinaus gibt es Unterschiede, wann Beamte in eine höhere Einkommensstufe aufsteien können. Auch bei den Sonderzahlungen, etwa dem Weihnachtsgeld gibt es auseinandergehende Regelungen.

Insgesamt konstatiert das Statistisches Bundesamt größere Differenzen trotz gleicher Besoldungsgruppe und gleichem Dienstalter. Um die regionalen Unterschiede bei den Einkommensstufen für Beamte deutlich zu machen, vergleichen wir erneut den jeweils niedrigsten und höchsten Lohn für Landesbeamte in der Besoldungsgruppe A.

Besoldung von Beamte im einfachen Dienst

Platz

Bundesland

Mindest-Grundgehalt in Euro

1.

Hamburg

2.043

2.

Baden-Württemberg

1.986

3.

Thüringen

1.924

4.

Brandenburg

1.915

5.

Bayern

1.911

5.

Rheinland-Pfalz

1.911

7.

Sachsen-Anhalt

1.905

8.

Hessen

1.902

9.

Bremen

1.842

10.

Saarland

1.827

11.

Niedersachsen

1.815

12.

Mecklenburg-Vorpommern

1.803

13.

Berlin

1.796

14.

Sachsen

1.792

15.

Schleswig-Holstein

1.782

16.

Nordrhein-Westfalen

1.769

Quelle: Statistisches Bundesamt

Der Unterschied im einfachen Dienst liegt zwischen den Bundesländern bei 274 Euro pro Monat. Mit Hamburg ist ein nördliches Bundesland an der Spitze, ansonsten ist das Gehalt in den südlichen Ländern leicht höher. Östliche Länder wie Thüringen oder Brandenburg fallen im Ranking keinesfalls ab.

Besoldung von Beamten im höheren Dienst

Platz

Bundesland

Maximales Grundgehalt in Euro

1.

Baden-Württemberg

6.718

2.

Niedersachsen

6.634

3.

Thüringen

6.534

4.

Mecklenburg-Vorpommern

6.519

5.

Bayern

6.495

6.

Sachsen

6.489

7.

Sachsen-Anhalt

6.489

8.

Hamburg

6.473

9.

Schleswig-Holstein

6.451

10.

Hessen

6.450

11.

Rheinland-Pfalz

6.392

12.

Brandenburg

6.376

13.

Saarland

6.354

14.

Nordrhein-Westfalen

6.349

15.

Berlin

6.263

16.

Bremen

6.118

Quelle: Statistisches Bundesamt

Nordrhein-Westfalen erreicht erneut keinen guten Rang, während Baden-Württemberg noch einen Platz gutmacht und die höchsten Verdienstmöglichkeiten bietet. Bei einem maximalen Grundgehalt gibt es rund um Stutgart und Karlsruhe 600 Euro mehr als in Bremen. Besonders groß ist die Einkommensspanne mit über 4.600 Euro außerdem auch für niedersächsische Beamte.

Diese unterschiedliche Einkommensstufen zwischen den einzelnen Regionen werden sich laut Statistischem Bundesamt in Zukunft weiter verstärken. Das zeigt auch die jüngere Lohnentwicklung: So wurde der Sold der Beamten in Berlin zuletzt um 3,2 Prozent, in Rheinland-Pfalz nur um 1,0 Prozent erhöht. Auf Bundesebene wurden die letzten Gehaltserhöhungen zum 1. März 2014 um 2,8 % und zum 1. März 2015 um 2,2 % durchgeführt.